Goise White Socks – Tenniscamp zwischen 6-Gang Schlemmermenü und Mentalcoaching

Nachdem der Tennisverband in seiner unendlichen Weisheit die D-Klasse abgeschafft hat und uns damit zum „Aufstieg“ in die C-Klasse verhalf, stellte sich die Frage nach der optimalen Vorbereitung. Wieder kam nur eine Lösung in Frage: „Dann fahren wir ins Tenniscamp“. Nachdem die Luftfeuchtigkeit beim letzten Tenniscamp am Gardasee etwas erhöht war, gingen wir auf Nummer sicher und buchten das Tenniscamp Naturns in Südtirol mit vier Hallenplätzen und vier Freiplätzen. Wir suchten uns ein nettes Halbpensions-Hotel. Leider konnte es nicht termingerecht öffnen, wir bekamen einen Upgrade und mussten in einen Südtiroler Wellness-Tempel. Bei der Ankunft der erste Schock. Zwei von uns bekamen die Honey Moon-Suite. Aus Diskretionsgründen und um keine Ehefrauen zu verschrecken, kann ich die Beiden namentlich nicht nennen. Sie hatten viel Spaß, denn ihr Bett ließ sich vom Zimmer aus auf die Terrasse schieben, so dass sie theoretisch bei 4 Grad (nachts) hätten im Freien schlafen können. Was diese Warmduscher natürlich nicht taten. Auch die Dreiviertelpension mit 6-Gang-Menü brachte uns unseren Gewichtszielen nicht näher. Das Hotel war auch nicht unbedingt mobilitätsfördernd. Da wir morgens und nachmittags je eine zweistündige Trainingseinheit hatten und uns zwischen durch mit den Erzeugnissen der erstklassischen Küche auseinandersetzen durften, bestand kaum Gelegenheit Land und Leute kennen zu lernen. Immerhin ermöglichte die Turmsauna einen Ausblick weit über das Tal und der ordentlich beheizte Außenpool erlaubte das Planschen bei 15 Grad Außentemperatur.

Die nächste Überraschung war das Tennistraining. Das Tenniscamp Naturns ist spezialisiert auf Mentalcoaching. Obwohl wir so etwas bei unserer weithin bekannten Nervenstärke überhaupt nicht brauchen, ließen wir uns darauf ein. Als erstes machte Andreas, unser Coach, mit uns Atemübungen, lang ausatmen bei langen Schlägen, kurz ausatmen bei schnellen Schlägen usw. Dann spielten wir mit Kopfhörern Tennis und bekamen Entspannungsmusik und esoterische Sprüche auf die Ohren. Die Ergebnisse dieser Art des Trainings waren durchaus eindrucksvoll. Manch einer spielte plötzlich wie ein Uhrwerk. Als nächstes gab es Tipps zur Körpersprache während des Matches (um den Gegner nicht aufzubauen) und wie wir Frustrationen während wichtiger Spiele in den Griff bekommen. Wie gesagt, bei uns natürlich völlig unnötig ;-) Und jetzt die spannende Frage, welche Auswirkungen hatte das in der Medenrunde? Früher gewannen wir oft knapp oder verloren knapp. Dieses Jahr gewannen wir hoch und verloren hoch. Ist das jetzt gut oder schlecht? Vielleicht sollten wir den Mentalcoach unseres Vertrauens fragen.

Trotz des frühen Termins Ende März, ließ uns der Wettergott dieses Jahr nicht im Stich. Nach dem letztes Jahr am Gardasee die Plätze häufig aussahen, wie eine finnische Seenplatte, hatten wir diesmal strahlenden Sonnenschein. Leider waren die Plätze am ersten Tag noch nicht komplett aufgetaut, so dass wir in der Halle trainieren durften. Aber danach konnten wir bei Aufschlägen und Schmetterbällen immer wieder die schneebedeckten Berge bewundern. Da die Mannschaftsführung den dieses Jahr erreichten Tabellenplatz als suboptimal ansieht, wird auch 2015 ein erneutes Tenniscamp kaum zu vermeiden sein. Aber diesmal ohne Schlemmermenü!

joomla templatesfree joomla templatestemplate joomla
© 2018  Tennis – Geinsheim, SV 1920 Geinsheim e.V.