Die Goise White Socks und ihre Liebe zum Wasser

Auch in 2013 hatten wir, die Herren 40, Ambitionen der D-Klasse zu entrinnen. Neues Jahr, neues Glück! Daher beschlossen wir mal wieder ins Trainingslager zu fahren. Das hat zwar schon im Vorjahr nicht genutzt, aber man muss ja nicht alles am Ergebnis messen.

Diesmal fuhren wir in Vollbesetzung an den Gardasee. Anscheinend haben die Statistik und die Erzählungen über die sonnige Frühjahrstage aus dem Vorjahr die letzten beiden Tenniscamp-Muffel auch noch überzeugt. Leider war die Luftfeuchtigkeit in Malcesine dieses Jahr etwas erhöht. Die Plätze sahen teilweise aus, wie eine finnische Seenplatte. Glücklicherweise hatten wir fleißig Trainerstunden gebucht und konnten daher die überdachten Plätze nutzen. So war es möglich, die Spielausfälle auf ein Minimum zu reduzieren.

Um uns gegen das viele Wasser in der Luft zu immunisieren, erhöhten wir die Flüssigkeitszufuhr und testeten gleich am ersten Abend die Hotel-Bar bis gegen 3 Uhr morgens. Leider fiel das Training dann doch nicht ins Wasser, so dass wir uns morgens mit Koffein und Kohlenhydraten dopen mussten, um die ersten Trainingseinheiten einigermaßen zu überstehen. Während unsere Leistungsfähigkeit an der Bar Tag für Tag nachließ, steigerten sich unsere Trainingsleistungen. Wir waren uns aber unschlüssig, ob das nun gut ist oder schlecht.

Der erhöhte Bieranteil im Blut ermöglichte immerhin einige kreative Diskussionen. Der Höhepunkt war der Unmut über das wenig coole Wortungetüm „Sportverein 1920 Geinsheim - Tennisabteilung“. Das klingt doch stark nach Turnvater Jahn und das Wort „Tennisabteilung“ klingt irgendwie unbedeutend. Das Anforderungsprofil für unseren neuen Namen war schnell definiert. Er muss so klingen, dass er bei Jugendlichen gut ankommt. Er sollte unsere Eigenständigkeit gegenüber unserer großen Mutter, dem SVG, dokumentiert und er sollte sich witzig damit auseinandersetzen, dass unsere Gegner zur Begrüßung regelmäßig sagen „Ah, ihr seid aus Gosse“.

Die Lösung stand schnell fest. Wir benennen die Tennisabteilung um in „Goise White Socks“, in Anlehnung an die „Boston Red Sox“. Die weißen Socken stehen für den Tennissport. Die Mischung aus Anglizismus und Dialekt hat ja mit den „Gäu Open“ bereits Tradition. Es ist doch gleich viel spannender für die „White Socks“ zu spielen, als für die Tennisabteilung.

goise white socks shirtAm nächsten Morgen war uns schnell klar, dass es nicht so einfach werden dürfte, für diesen Vorschlag in der Tennisabteilung eine breite Akzeptanz zu finden. Daraufhin beschlossen wir den Marsch durch die Institutionen zurückzustellen und erst einmal nur unsere Mannschaft in „Goise White Socks“ umzubenennen. Hier ein Bild wie unser nächstjähriges Mannschaftsshirt aussehen könnte. Natürlich sind wir gerne bereit, den Namen an andere Mannschaften der Tennisabteilung zu lizensieren.

 

 

Auch der erste Spieltag wäre beinahe in´s Wasser gefallen. Wegen Dauerregens musste der Spielbeginn um zwei Stunden verschoben werden. Wir schafften einen knappen Sieg und waren trotzdem noch vor Einbruch der Dunkelheit fertig. Schließlich lockten die Weizenradler im Harthausener Clubheim und ein Auto-Corso durch Goise ;-) Im weiteren Saisonverlauf hatten wir zwar mehr Wetterglück, aber weniger Glück im Spiel und schlossen die Medenrunde mit 4:4-Punkten ab. Aufstieg leider verpasst. Aber wie sagte ein berühmter Fußball-Philosoph aus Frankfurt „Lebbe gehd weider“.

Also buchten wir erst mal eine weitere Teambildungsmaßnahme. Es kam dieses Jahr natürlich nur eine Wassersportaktivität in Frage: Paddeln auf der Moder im Elsass. Nach dem der Mannschaftsführer im Ruf steht ab und zu aus dem Boot zu fallen, sagten dann auch gleich 30 Personen zu. Die Spieler und deren Familienangehörige verwandelten die Moder in den „Goise-White-Socks-Fluss“. Der Instruktor zeigte uns vorher, wie man die Kanus „millimetergenau“ an allen gefährlichen Stellen vorbeisteuern kann. Leider konnten nicht alle Steuerleute die Anweisungen exakt umsetzen und die Kanus donnerten reihenweise in Gebüsche und Geäst, was der guten Laune aber nicht abträglich war. Am Schluss siegte ein Drei-Mann-Boot mit nur zwei Paddeln, unter Kapitän Mauricio, nach einem sehenswerten Blitzstart. Zum Abschluss besuchten wir ein Elsässer Lokal und diskutierten die neu gewonnenen Erkenntnisse bei Flammkuchen und Rotwein. Fazit: Die White Socks und die D-Klasse passen zueinander, wie die Faust aufs Auge. Aber nächstes Jahr greifen wir trotzdem wieder an und hoffen auf weniger wasserhaltige Luft.

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